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Konrad Adenauer: Gedenken an den großen Staatsmann

Ehrung zum 141. Geburtstag des ersten Bundeskanzlers nach 1945

von EU-Korrespondentin Claudia Jasmin Bodenstein

 

Rote Rosen und weitere Blumengrüße schmuckten die Grabstätte von Konrad Adenauer an dessen Geburtsdatum am 5. Januar 2017 auf dem Waldfriedhof in Rhöndorf bei Bonn. An dieser Stelle verweilte 1985 auch US-Präsident Ronald Reagan, der Adenauer als "stets treuen und verlässlichen Verbündeten der Amerikaner" würdigte. Der in Deutschland beliebte US-Präsident und seine Ehefrau Nancy waren damals auf Einladung von Bundeskanzler Helmut Kohl zu einem offiziellen Besuch in der Bundesrepublik gekommen.

Foto: ka/bpb-pres

 

Rhöndorf/Köln (eu) Ein würdiges Gedenken zum 141. Geburtstag von Konrad Adenauer hat am 5. Januar 2017 rund 400 Gäste im Steigenberger-Grandhotel auf dem Petersberg bei Rhöndorf am Rhein zusammengeführt. Der ehemalige NRW-Ministerpräsident und Bundesminister Jürgen Rüttgers begrüßte beim Festakt als Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Bundeskanzler-Konrad-Adenauer-Haus ehemals führende Bundespolitiker, Weggefährten und Zeitgenossen des ersten deutschen Bundeskanzlers nach dem Kriegsende im Jahre 1945.

Vor dem Empfang nahmen zahlreiche Gäste an den Kranzniederlegungen auf dem Rhöndorfer Waldfriedhof teil. Unter der Vielzahl der roten Rosen befand sich auch ein Gedenkkranz der Bundesregierung. Mit den Besuchern gemeinsam sprach Adenauers Enkelsohn Konrad Adenauer (III) am Grab seines Großvaters ein Gebet. Der Jurist Konrad Adenauer ist der Repräsentant der "Großfamilie", die derzeit über 100 Mitglieder mit dem gleichen Namen zählt.

 

Würdigung wie bei einem Staatsakt

Das repräsentative Gebäude auf dem Peterberg, das früher einmal Gästehaus der Bundesregierung in Bonn war und Staatsgäste aus aller Welt beherbergte, hat auch einen historischen Bezug zu Konrad Adenauer. Dort führte er mit den alliierten Siegermächten erste schwierigen Verhandlungen nach dem Kriegsende 1945.

Über das gesamte politische Lebenswerk konnten die Gäste auf der Festveranstaltung viel erfahren. Dabei fand vor allem die jüngere Generation sehr interessant, dass alte Aufnahmen aus Film- und Fernsehen, unter anderen die Unterzeichnung des Deutsch-Französischen-Vertrags von 1963 unter Einschluss von zeitgenössischen Anekdoten, in eine Multimedia-Präsentation integriert wurden. Dies machte den Hörern erneut bewusst, dass sowohl Konrad Adenauer als auch Charles de Gaulle als bedeutende "Staatsmänner" in die Nachkriegsgeschichte eingegangen sind.

Durch die nach zwei Weltkriegen in einem Jahrhundert von beiden initiierte deutsch-französische Versöhnung sind sie zu Ur-Vätern der europäischen Einigung und der seither gepflegten deutsch-französischen Freundschaft geworden. Dabei war ihre Zukunftsvorstellung ausschlaggebend: "Ein Europa der Vaterlände", hatte es de Gaulle formuliert. Die Westeuropäer haben es, Zeitzeugen zufolge, bereits damals richtig verstanden, dass jedes Land eigenständig in seinen Entscheidungen sowie mit seiner Kultur und Tradition verbleibe müsse. Der wichtigste gemeinsame Nenner sei einzig die Verpflichtung zu Frieden und Freundschaft untereinander.

Die sachkundigen Redner und Politik-Experten würdigten die Verdienste des "Alten con Rhönsdorf" (wie Adenauer zu Lebzeiten von Verehrern respektvoll genannt wurde) berechtigterweise überschwänglich. Die Überschreitung der Redezeit war jedoch angesichts der euphorischen Nostalgie und einzigartigen Historie entschuldigt.

(1. Februar 2017) 

 

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PROMETHEUS, Internet Bulletin for Art, News, Politics and Science, Nr. 234, February 2017